Deutschlandkoalition will Landesjagdgesetz in Sachsen-Anhalt ändern

Die Deutschlandkoalition in Sachsen-Anhalt regelt den Umgang mit dem Wolf neu und ändert dazu das Landesjagdgesetz. Der Entwurf wurde am Donnerstag im Landtag eingebracht. Die FDP stellte sich in der Debatte demonstrativ hinter Landwirte und Tierhalter im ländlichen Raum.

„Die Angst fährt bei vielen jeden Morgen mit auf die Weide“, sagte Kathrin Tarricone, Sprecherin für Umwelt, Landwirtschaft und Jagd der FDP im Landtag. Als Beispiel nannte sie einen Schäfer aus Mansfeld-Südharz, der rund 500 Tiere hält. Der Wolf sei dort inzwischen angekommen, noch seien seine Tiere verschont geblieben – doch Übergriffe in der Region nähmen zu.

„Wir dürfen nicht warten, bis Existenzen zerstört sind“, betonte Tarricone. Wer Weidetierhaltung wolle, müsse auch Verantwortung übernehmen. Der Wolf sei längst Realität im Land, darauf müsse die Politik reagieren.

Die FDP kämpft seit Jahren für eine Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht. Ziel sei ein rechtssicheres und praktikables Bestandsmanagement. „Wir brauchen klare Regeln statt romantischer Vorstellungen“, sagte Tarricone. Politik dürfe sich nicht an Ideologien orientieren, sondern an der Lebenswirklichkeit im ländlichen Raum. 

Zugleich stellte sich Tarricone klar hinter die Jägerschaft. Diese verfüge über die notwendige Ausbildung und Erfahrung, um den Wolfsbestand verantwortungsvoll zu regulieren. „Jäger sind keine Gegner des Naturschutzes, sondern seine Partner“, erklärte sie.