Diskussion um weiterführende Schulen: Liberale setzen auf flexible Lösungen vor Ort

Zur Diskussion um die Zukunft der Sekundar- und Gemeinschaftsschulen in Sachsen-Anhalt hat sich die FDP-Landtagsfraktion für eine Vereinfachung des Schulsystems bei gleichzeitig größerer Flexibilität vor Ort ausgesprochen.

Der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Jörg Bernstein, erklärte, das bestehende System sei „für viele Eltern und Schüler kaum noch durchschaubar und zugleich nicht erfolgreich genug“. Die Vielzahl unterschiedlicher Schulformen führe eher zu Verwirrung als zu besseren Bildungschancen.

Die FDP plädiere daher für eine klare und verständliche Grundstruktur mit Grundschulen und weiterführenden Schulen – einschließlich der Gymnasien. „Wir brauchen ein einfaches System, das jeder versteht“, sagte Bernstein.

Zugleich betonte er, dass klare Strukturen und mehr Gestaltungsspielraum vor Ort kein Widerspruch seien. „Das Land legt die Schulformen fest – aber vor Ort muss entschieden werden können, wie Schule konkret organisiert wird“, so Bernstein. Dazu gehöre auch, den Schulen mehr Verantwortung etwa bei Personalentscheidungen zu übertragen.

Als zentrale Herausforderung nannte die FDP rückläufige Schülerzahlen, insbesondere im ländlichen Raum. „Wenn wir auch in Zukunft wohnortnahe Bildung sichern wollen, brauchen wir flexible Lösungen statt starrer Vorgaben“, sagte Bernstein. Modelle wie Schulverbünde oder schulformübergreifende Bildungscampusse könnten dazu beitragen, Standorte zu erhalten und gleichzeitig ein breites Bildungsangebot zu sichern.

Mit Blick auf die Diskussion innerhalb der Koalition verwies Bernstein auf die deutlich unterschiedlichen Vorstellungen von CDU und SPD zur zukünftigen Schulstruktur. „Die Positionen liegen hier weit auseinander“, sagte er.

„Gerade deshalb braucht es eine Kraft, die beides zusammenbringt: klare Strukturen und gleichzeitig ausreichend Spielraum für gute Lösungen vor Ort. Dafür steht die FDP“, so Bernstein. Ziel sei es, die individuellen Stärken und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler stärker in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig überall im Land verlässliche Bildungsangebote zu sichern.