FDP-Landtagsfraktion hält nichts von pauschalen Einschränkungen: „Kinder und Jugendliche zu Piloten des eigenen Lebens machen“

Die schwarz-rote-Koalition in Berlin überbietet sich derzeit mit Vorschlägen zur Regulierung der Nutzung von digitalen Medien für Kinder und Jugendliche. Während die CDU ein Handyverbot in der Schule diskutiert, fordert die SPD eine stark eingeschränkte Nutzung von Social-Media-Plattformen für Jugendliche unter 18 Jahren. Dazu erklärt Jörg Bernstein, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt:

„Die Diskussion geht am Kern des Themas vorbei. Wir wollen Kinder und Jugendliche zu mündigen Bürgern erziehen, die vor der rasanten Entwicklung der digitalen Welt nicht zurückschrecken und Piloten ihres eigenen Lebens sind. Genau deshalb halten wir pauschale Verbot für falsch.“

In der Schule, wo der Staat Teile der Obhutspflichten übernimmt, gebe es bereits jetzt Möglichkeiten, die Handynutzung zu untersagen. „Im Rahmen der schulischen Medienbildung können Kinder und Jugendliche bestmöglich darauf vorbereitet werden, auch mit sozialen Medien umzugehen“, so die Haltung Bernsteins: „Unseren Nachwuchs vor Risiken zu bewahren, sie aber gleichzeitig zur Selbstwirksamkeit zu erziehen ist eine Aufgabe, die wir nicht beim Staat abladen dürfen. Auch hier gilt: Der Staat ist nicht der Erziehungsberechtigte. Jedoch ist es weiterhin Aufgabe der Eltern, Verantwortung für die Entwicklung ihrer Kinder zu übernehmen.“ 

Deshalb plädiert die FDP auch für mehr Unterstützungsangebote für Eltern. Ein pauschales Verbot würde aus Sicht Bernsteins Suchtrisiken hingegen nur verschieben und das Problem verlagern: „Es wäre rechtlich und technisch aber ohnehin schwer umsetzbar.“