Zur Diskussion um einen AfD-Antrag zur Auseinandersetzung mit dem Bauhaus und einem Kommentar der „Volksstimme“ („Nicht die Nazi-Keule“, Ausgabe 25. Oktober 2024) erklärt Andreas Silbersack, Fraktionsvorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der FDP im Landtag:
„Wenn die AfD ihren Antrag im Landtag mit ,Irrweg der Moderne‘ in Bezug auf das Bauhaus betitelt, zeigt allein die Überschrift, wessen Geistes Kind die Verfasser sind. Dennoch gebe ich in einem Punkt dem Kommentar der Volksstimme Recht: Es bringt uns nicht weiter, gegen die AfD allenthalben und jeder Diskussion die Nazi-Keule zu schwingen. Das ist aber auch erkennbar nicht der Weg der FDP. Wir stehen für einen inhaltliche Auseinandersetzung. Auch einem AfD-Verbotsantrag stehen wir bekanntermaßen skeptisch gegenüber, zumal ein Misserfolg nur das Opfer-Narrativ der AfD befeuern würde.
Im Fall der Bauhaus-Debatte kann man es aber nicht anders sagen: Hier zeigt die AfD die Fratze des Nationalsozialismus par excellence. Dabei geht es nicht um die Frage, ob ich eine bestimmte Architektur oder Kunst richtig gut oder schlecht finde. Hier geht es um ganz bewusst gezogene Parallelen und Anlehnungen an die NS-Zeit, die einen erschauern lassen. Die AfD schwadroniert über historische Bausünden, fragwürdige Werte und geißelt den Globalismus.
Auch Paul Schultze-Naumburg, der als Totengräber des Bauhauses in Weimar in die Geschichte eingegangen ist, hielt das ,Neue Bauen‘ für einen Irrweg, den es zu bekämpfen galt. Der Kampf gegen Werke und kulturellen Strömungen, die nicht dem Schönheitsideal und der Geisteshaltung der Nationalsoziallisten entsprachen, fand schließlich seinen Ausdruck in der Diffamierung als ,entartete Kunst‘. Einem Abgeordneten wie Herrn Tillschneider kann man unterstellen, dass er weiß, wo er Anleihen nimmt.
Die AfD versucht mit ihrem Antrag wie der Wolf im Schafspelz das Ganze als ,kritische Auseinandersetzung‘ zu ummänteln, doch in Wirklichkeit zeigt sie mit diesem Beitrag schlichtweg die Fratze des Nationalsozialismus.“