Liberale lehnen pauschales Social-Media-Verbot ab und setzt auf Medienkompetenz

Die FDP-Fraktion hat im Magdeburger Landtag ihr klares Nein zu einem pauschalen Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche bekräftigt. Der jugend- und digitalpolitische Sprecher der Fraktion, Konstantin Pott, stellte die liberale Linie deutlich heraus: „Vater Staat ist nicht der Erziehungsberechtigte – weder im Kinderzimmer noch im Netz.“ Social Media sei wie ein großer, unübersichtlicher Marktplatz, so Pott: „Dort wird diskutiert, aber auch gedrängelt, geschubst und gestritten. Aber man sperrt keinen Marktplatz ab, nur weil es dort Konflikte gibt.“

Anlass der Debatte war ein Antrag der SPD zur „altersgerechten Social-Media-Nutzung“. Pott widersprach einer Verbotslogik entschieden: „Ein pauschales Verbot löst kein einziges der Probleme, die beschrieben werden. Es verdrängt sie nur ins Verborgene.“ Ein Verbot träfe faktisch eine ganze Generation und würde weder Manipulation noch Hass verschwinden lassen. Pott: „Was verboten wird, passiert heimlich. Eltern verlieren den Einblick, Lehrkräfte den Zugang.“

Statt Sperren fordert die FDP verbindliche Medienbildung von Anfang an. „Wer lesen, rechnen und selbstständig zu denken lernt, muss auch klicken, posten und hinterfragen lernen. Medienkompetenz gehört in alle Lehrpläne.“ Zugleich warnte Pott vor überzogenen Kontrollinstrumenten. „Wer Jugendliche kontrollieren will, muss am Ende alle kontrollieren. Das Recht auf anonyme Meinungsäußerung ist ein hohes Gut in einer freien Gesellschaft.“