Die FDP-Landtagsfraktion wirft der Linken in der Debatte um den Einsatz von Seiteneinsteigern an Sachsen-Anhalts Schulen „billige Polemik“ und widersprüchliche Forderungen vor. Die Linke müsse sich fragen, „was sie eigentlich will“, erklärt der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jörg Bernstein. Es gehe entweder um gute Bildung – „oder um billige Polemik“.

Hintergrund sind neue Zahlen, wonach inzwischen rund jede fünfte Unterrichtsstunde von Lehrkräften ohne klassisches Lehramtsstudium erteilt wird. Die Linke hatte angesichts der Entwicklung vor Qualitätsverlusten gewarnt und der Landesregierung Versäumnisse vorgeworfen.

Bernstein kritisiert, die Opposition rede den Seiteneinstieg schlecht, verspreche zugleich aber den Erhalt kleinster Schulstandorte und geringer Klassengrößen. „Das passt nicht zusammen“, so Bernstein. Ein dichtes Schulnetz führe zwangsläufig zu einem höheren Bedarf an Lehrkräften, der derzeit nicht allein über klassische Ausbildungswege gedeckt werden könne.

Zugleich betonte Bernstein, dass es nicht allein auf formale Abschlüsse ankomme. Auch ein Lehramtsstudium garantiere nicht automatisch die Eignung für den Beruf. Entscheidend sei vielmehr, Lehrkräfte – unabhängig vom Zugang – gut zu begleiten und zu unterstützen. „Wichtig ist, die Seiteneinsteiger eng zu begleiten und ihnen größtmögliche Unterstützung zu geben.“

Zugleich dankt Bernstein den Beschäftigten an den Schulen im Land: „Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Lehrkräften sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an unseren Schulen – ganz gleich mit welchem Abschluss“, sagte er. „Sie sind täglich für unsere Kinder da und sorgen dafür, das Bildung verlässlich vermittelt wird.“