Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jörg Bernstein, möchte, dass Grundschüler in Sachsen-Anhalt auch künftig schriftliches Dividieren lernen. „Ich bin der festen Überzeugung: schriftliches Dividieren ist für die Grundschule nicht zu ,hoch‘. Es kann nicht nur darum gehen, Lehrpläne zu verschlanken und das Niveau zu senken. Unser erstes Ziel muss es stattdessen sein, dass jedes Kind zum Schulanfang fit für den Unterricht ist. Das betrifft sprachliche, motorische und soziale Fertigkeiten und Kompetenzen. Ein Lösungsansatz dafür ist zum Beispiel ein verpflichtendes Vorschuljahr.“

Zwar macht die Technik das Rechnen einfacher, „das grundlegende Verständnis von mathematischen Algorithmen halte ich in der digitalen Welt aber weiterhin für unverzichtbar“, so Bernstein: „Nur wenn wir Schülern zutrauen, sich auch mit komplexeren Rechnungen auseinanderzusetzen, können wir Begeisterung für Mathematik und Naturwissenschaften wecken. Und diese Begeisterung brauchen wir als Industrienation auch in Zukunft.“

Auch die gebundene Schreibschrift soll weiter ihren verbindlichen Platz in der Grundschule haben: „Die ist meiner Meinung nach nicht nur für den Spracherwerb unverzichtbar, sondern als individuelle Handschrift ein Kulturgut.“