Landtag verabschiedet neues Rettungsdienstgesetz

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat das neue Rettungsdienstgesetz verabschiedet. Es schafft die gesetzliche Grundlage für den landesweiten Einsatz des Telenotarztes – einem Konzept, das bislang nur in Pilotprojekten erprobt wurde. „Wer in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt wohnt, weiß: Im Notfall kann jede Minute entscheiden. Mit diesem Gesetz machen wir den Rettungsdienst fit für die Herausforderungen unserer Zeit“, sagt Konstantin Pott, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion.

Sachsen-Anhalt steht vor einer besonderen Aufgabe: Der demografische Wandel trifft das Land überdurchschnittlich stark. Mehr ältere Menschen, dünn besiedelte Regionen – und dazu steigende Einsatzzahlen sowie ein wachsender Fachkräftemangel, besonders bei Notärzten. Bis ein Rettungswagen am Einsatzort eintrifft, vergehen im Schnitt zwölf bis fünfzehn Minuten, bei Notärzten bis zu zwanzig. „Gerade bei schweren Notfällen kommt es auf Sekunden an. Der Rettungsdienst muss strukturell auf diese Realität reagieren“, so Pott.

Herzstück der Reform ist die dauerhafte Verankerung des Telenotarztes. Per digitaler Zuschaltung kann ein Arzt aus der Ferne Gesundheitsparameter der Patienten empfangen, die Lage einschätzen und den Rettungskräften vor Ort konkrete Anweisungen geben – auch für Maßnahmen, die sonst eine ärztliche Freigabe vor Ort erfordern. Die Erfahrungen aus den Pilotprojekten seien durchweg positiv gewesen, betont Pott. Für die FDP ist der Telenotarzt ein Paradebeispiel dafür, wie Digitalisierung und Telemedizin gezielt für bessere Versorgung genutzt werden können – gerade im ländlichen Raum.

Das Gesetz sieht daneben auch den Einsatz von Gemeindenotfallsanitätern vor, den die FDP konstruktiv-kritisch begleiten wird. Insgesamt trägt die Fraktion die Reform als wichtigen Schritt für eine zukunftsfeste Notfallversorgung mit. „Allen Rettungskräften, die rund um die Uhr im Einsatz sind, gilt unser ausdrücklicher Dank – dieses Gesetz ist auch ein Zeichen der Wertschätzung für ihre Arbeit“, so Pott.